Wer bist Du?

Weißt Du, wer Du wirklich bist?

Wenn wir zum ersten male im Leben Feedback bekommen, wissen wir noch gar nicht, dass wir eine Person sind. Wir werden grundlos angelächelt. Liebe bekommen wir als Baby gratis und ohne etwas dafür tun zu müssen.

Selbst unsere Gefühle und beginnenden Emotionen werden uns – von außen – erklärt. Wenn wir das Gesicht verziehen und weinen, dann sagt unsere Mutter “Ja, Du hast wieder Bauchweh, nicht wahr?”

In jungen Kinderjahren erkennen wir, dass unser Tun eine Wirkung hat. Wir sehen, dass das Gegenüber im Spiegel wir sind. Denken wir als Kleinkind noch, wir hießen “Du” (weil uns ja jeder mit “Du” anspricht), so haben wir plötzlich einen Namen. Wir werden eine Person.

Der Ursprung des Wortes “Person” stammt am ehesten vom Wort “Maske” ab. Als junges Kind tragen wir bereits eine Maske – wir sind nun wer.

Weiterhin lernen wir uns selbst am besten dadurch kennen, dass uns andere Menschen etwas über uns erzählen. Wir bekommen also durch unsere Umwelt Attributionen wie “freundlicher Junge”, “süßes Mädchen”, “Frechdachs”, “Schreihals” oder “sportlich” verliehen. Mit so vielen Stempeln versehen gehen wir in die Welt.

Mit den Jahren probieren wir alles Mögliche an Verhalten aus. Wir tun viele Dinge aus reinstem Herzen. Zum Beispiel eimerweise Sand ins Haus zu tragen, um im Wohnzimmer eine Sandburg zu bauen. Oder eine blütenweiße, langweilige Wand in der Küche mit ein paar Filzstiften zu verschönern.

Diese Handlungen kommen aus unserem Herzen. Wir selbst sagen, dass wir das wollten. Es war unsere Idee. Und aus unserem derzeitigen Werte-System war dieses Verhalten richtig und perfekt.

Nur, dass nun das Feedback unserer Umwelt kommt. Wir lernen, dass wir gehörigen Ärger bekommen, wenn wir ein bestimmtes Verhalten zeigen. Wir verstehen das nur sehr schwer, denn was wir taten, war aus unserer Sicht genau richtig. Und schön. Und lustig. Und wir ernten lautes Schimpfen, böse Blicke und vielleicht sogar einen ganzen Tag lang keine freundliche Ansprache mehr. Verhalten wir uns dagegen konform, gibt es Zuneigung, liebevolle Blicke und freundliche Worte. Wir werden dressiert.

Wir lernen früh: Liebe gibt es nicht mehr umsonst.

Wenn unsere Eltern, Lehrer und Freunde nicht zwischen dem MENSCHEN und seinem HANDELN unterscheiden können, lernen wir: Ich bin nicht ok. Ich verursache Ärger. Wegen mir sind meine Eltern traurig. Ich sollte anders sein, ich muss anders werden.

Und auch mir als zweifacher (bald dreifacher!) Familienvater fällt es nicht immer leicht, zwischen dem Inhalt des Handelns und der Person zu unterscheiden. Aber meine Frau und ich versuchen es täglich. Das heisst, dass wir natürlich klipp und klar sagen, wenn ein Verhalten nicht erwünscht ist (wir mögen unsere weißen Wände), aber wir unsere Kinder nicht emotional bestrafen.

“Aus Fehlern lernen” ist eine beliebte Phrase, in der Erziehung und beim Coaching. Was heißt es denn einen “Fehler zu machen?”

Wir können gar keine Fehler machen. Denn das bedeutete, dass wir es absichtlich falsch gemacht haben. Hätten wir zum Zeitpunkt der Handlung alle Informationen gehabt, hätten wir es anders gemacht. Es gibt also durchaus Handlungen, die sich im Nachhinein als ungünstig erweisen, aber wir können keine “Fehler machen”. Warum sonst sagt ein Kind “War ich nicht”, wenn ich es frage, ob es die “Vase umgeschmissen hat”? Nein, es lief hinter einem Ball her und dabei kam es aus Versehen an die Vase.

Wir sind verletzte Kinder auf der Suche. Wir wollen unsere Liebe zurück!

So gehen wir als verletzte Kinder in die Welt und suchen unser Glück. Und wo suchen wir das? Natürlich im AUSSEN. Denn vom ersten Tag unseres Lebens wussten wir, dass unser Gefühl, unsere Person, unser Leben von der äußeren Bewertung abhängen. Warum suchen mehr Menschen denn je nach dem Glück bei irgendwelchen obskuren Esoterik-Seiten, bei Heilern und angeblichen Experten? Sie glauben, dass unser Glück von außen kommt.

Wenn wir glauben, dass ein anderer Mensch diese Lücken in uns ausfüllen kann, dann kann das ein Fiasko werden. Denn vielleicht erwartet der Andere genau das gleiche von uns: Dass wir seine Verletzungen heilen und ihn wieder komplett machen. Solche Beziehungen sind nicht selten problematisch. Als wenn sich zwei Mittellose umarmen und gegenseitig in die Tasche greifen – nur ist da nichts.

Das Glück im Außen?

Es gibt zwei Arten von Glück: Zum einen hedonistisches, kurzfristiges und flaches Glück. Zum Beispiel durch Konsum, Rausch, Macht, Geld. Dieses “Glück light” hat nichts mit der zweiten Art zu tun: Dem Glück von innen. Denn wahres Glück kann nicht von außen kommen.

Echtes, tiefes und andauerndes Glück kann nur in Dir entstehen

Wir werden mit dem Widerspruch leben müssen: Es gibt unzählige äußere Einflüsse, die auf uns wirken. Egal, wieviel Karate für die Seele wir können, wir werden wohl nie komplett unabhängig sein können. Zu der Sucht nach Bestätigung von außen kommt gleichzeitig eine Intrusionsangst: Nämlich die Angst, dass andere Menschen zu viel über uns wissen und uns zu nah kommen.

Echtes Glück kommt nicht von außen, es kommt niemals durch die Jagd nach MEHR. Es wird niemals durch Karriere, Geld, Haus und Auto kommen. Wohl eher durch Familie, Freunde, schöne Momente und tolle Erfahrungen. Was den richtigen Mix angeht, das weiß jeder für sich am besten.

Die Jagd nach Glück bringt nichts. Hör auf, zu Jagen, dann kann das Glück kommen

Was wissenschaftlich belegt ist: Meditation kann die Lebensqualität deutlich steigern. Und das ist viel einfacher, als die meisten Menschen glauben. In meinem Video-Kurs gehe ich darauf im Detail ein. Meditieren hat nichts damit zu tun, stundenlang unbequem zu sitzen, ekelige Räucherstäbchen abzubrennen und billige Keyboardklänge zu hören. Das hält doch kein Mensch lange durch. Und wenn wir mit Ehrgeiz meditieren, dann ist das alleine schon paradox. Denn so wirst Du Dich nicht entspannen können.

Wenn Du 40 Jahre alt bist, hast Du noch ca. 14000 Tage zu leben. Das soll Dir und mir keine Angst machen, sondern zeigen: Deine Zeit hier ist zu kostbar für ein Leben von der Stange.

Dein Leben findet nur JETZT statt

Vergiss für einige Momente am Tag Vergangenheit und Zukunft. Denn beides ist nichts als ein Konstrukt Deines Geistes. Die einzige Zeit, die wirklich existiert ist das JETZT.

Das JETZT, das Du erlebst ist das Ergebnis Deines Handelns der letzten Tage, Monate und Jahre. Wenn Du bald ein anderes, ein besseres Jetzt haben willst, dann ändere Dein Verhalten. JETZT.

timmsteuber.de
Karate für die Seele

2018-03-21T09:58:19+01:00

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