Am Morgen.

Heute hätte ich gerne noch ein, zwei Stunden geschlafen. Aber mein Wecker ist emotionslos und pflichtbewusst.

Die eigene Einstellung wählen? Ist schwierig, wenn ich eigentlich zu müde bin, um überhaupt die Augen zu öffnen.

Der Morgen ist ja nur EIN MORGEN von noch so vielen. Oder doch nicht?

Weißt Du, wieviel Zeit Dir noch bleibt?

Meinen Großvater habe ich nie kennen gelernt, er wurde gerade mal knapp über sechzig. Wenn ich so alt werden sollte, wie er…dann habe ich noch genau 8481 Tage. Klingt irgendwie nicht nach einer EWIG langen Zeit, findest Du nicht auch?

Warum leben so viele Menschen so, als wenn sie ganz sicher steinalt würden? Die regen sich über Kleinigkeiten auf, leben fast nie im Jetzt, streiten sich ständig und jagen einem Glück hinterher, das doch nie kommt. Weil Glück nun einmal nicht von außen kommt. Es kommt von innen und beginnt genau in dem Moment, wo ich AUFHÖRE zu jagen.

Oder sind sich diese Menschen sicher, dass nach diesem Leben noch zig weitere Versuche kommen? Vielleicht ist dieses Leben ja so eine Art Probe-Leben. Oder Aufwärm-Leben.

Lebst Du ein Probeleben? Wann geht´s denn richtig los?

DANN könnte ich verstehen, warum viele Menschen ihr Leben einfach mit Jahren füllen. Statt Ihre Jahre mit Leben.

Ich streichle meiner schlafenden Tochter morgens immer über den Kopf. Sie ist 519 Tage alt. Sie liebt es, in meine Arme zu laufen und ganz laut “MAPA!” zu rufen. Damit spart sie Wörter, denn sie nennt meine Frau und mich immer gleich.

Nele ist meine kleine Zen-Meisterin und lebt mühelos im Jetzt. Sie bringt mir mehr bei, als ich ihr jemals zeigen kann.

Für sie gibt es keine Vergangenheit und keine Zukunft. Nur den Moment. Merkst Du eigentlich beim Duschen noch die Wassertropfen?

Auf der Intensivstation schließt sich dann oft der Kreis des Lebens. Ich weiß nicht mehr, bei wie vielen Menschen ich der letzte war, der mit ihm sprach. Viele werden nicht einmal sechzig.

Am Ende werden die kleinen Dinge die großen gewesen sein

In den letzten Stunden hat mir noch keiner berichtet, dass er an Geld, Macht und sein Auto denkt. Ich hörte noch nie eine Angeberei, ein Prahlen mit Erfolg.

In meinen Jahren Seite an Seite mit dem Tod hat mir noch kein Mensch gesagt, dass er es bereue, etwas versucht zu haben. Keiner sagte, er hätte einen verrückten Plan lieber nicht probiert.

Viele sagen am Ende, sie würden bei einer zweiten Chance das Leben mehr genießen, mehr Zeit mit den Kindern verbringen und bewusster leben. Weniger arbeiten. Oder noch besser: Das arbeiten, was Spaß macht und von Herzen kommt.

Mehr SEIN und weniger HABEN.

Viele Menschen hatten fest vor, IRGENDWANN einmal zu reisen, IRGENDWANN einmal etwas Verrücktes zu tun. IRGENDWANN endlich mal anzukommen. Bist Du richtig angekommen in Deinem Leben?

Etwas “Morgen” tun, heisst, es nicht zu tun.

Ich glaube nicht an Wiedergeburt. Ich glaube, das hier ist MEIN VERSUCH.

Ich gehe JETZT los.

Und Du?

timmsteuber.de

Karate für die Seele

2018-02-20T11:29:21+01:00

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